Dialekte sind älter als die standardisierten Amtssprachen. Mundarten als gesprochene Sprachen werden meist in nichtöffentlicher (privater, familiärer) Situation verwendet. Ihr Verständigungsgradius ist, ganz im Gegensatz zu dem Amtssprachen, begrenzt. Im Laufe der Jahrhunderte entwickelte sich in jedem Ort ein eigenständiger Dialekt. Neue Einflüsse veränderten ihn ständig. Es war vor rund vierzig Jahren noch völlig normal, dass jeder Kirdorfer Dialekt sprach. Heute ist der Kirdorfer Dialekt, wie fast alle Dialekte in unserer Gegend, vom Aussterben bedroht. Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken können Sie sich auf dieser Seite einige markante Beispiele anhören oder im unteren Teil weiter Informationen über den Dialekt erfahren.

Anmerkung: Sie benötigen zum Abhören der Texte einen Computer mit Soundkarte und Lautsprechern. Falls ihr Computer die Texte nicht ordnungsgemäß abspielt, dann sollten Sie den neuesten kostenlosen Windows Media Player installieren.

So babbeln echte Kirdorfer

Stefan Ohmeis: Kurze Begrüßung
Hans Leimeister: Frisch auf den Tisch
Wilhelm Braun: Lied eines Kirdorfers
Dieter Müller: Fronleichnamsfest
Hans Braun: Vorzeitige Mittagspause
Hedwig Rudolph: Aus dem Haushalt
Hans Denfeld: Apfeldieb
Erika Ohmeis: Ländliches Leben
Maria Braum: Die Bach
Eva Hett: Der Knallschreck
Artur Dötig: Lampenfieber
Hans Denfeld: Zimmerverweis
Hans Braun: Mundart-Probleme
Wilhelm Braun: Hohle Eiche
Maria Braum: Kirdorfer Brunnen
Willi Hett: Landwirtschaft im Wandel
Hans Braun: Kirchturmuhr wird geputzt
Hans Denfeld: Wildschweine
Martin Ohmeis: Früheres Arbeitsleben
Hans Denfeld: Weg zum Garten
Hans Denfeld: Vorzeitige Ernte
Dieter Müller: Vögel im Feld
Wilhelm Braun: Gebet eines Kirdorfers
Hans Denfeld: Drei Frauen mit vier Kindern
Heinrich Göbel: Rede Herr, dein Diener hört
Dieter Müller: Kerb
Hans Denfeld: Die Einzigsten
Stefan Ohmeis: Eingemeindung

Eva Hett über
französische
Kriegsgefangene
im 2. Weltkrieg

Unterbringung bei den Bauern
Tagesablauf
Arbeiter statt Gefangene
Ein gutes Zeugnis
Dankbar für Hilfe

Einige Angabe zum Kirdorfer Dialekt

Die Mundart gehörte zu den hessischen Dialekten im Bereich Mitteldeutsch. Sie entspringt der Kentum-Sprachgruppe des indogermanischen Sprachstammes und gehört zu den germanischen Sprachen. Der Ortsdialekt besitzt Wörter, die in dieser Aussprache nur in Kirdorf vorkommen. Sprachliche Verbindung zu den benachbarten katholischen Ortschaften (insb. Obererlenbach, Oberursel) sind festzustelle. Neben jiddischen gibt es auch viele französische Sprachelemente, die Überreste der napoleonischen Besatzung und der benachbarten Hugenotten und Waldenser sind.
Markantes Element ist die Mundfaulheit. Zum Ausgleich ist die Sprache markig und deutsch in Lautstärke, Mimik und Gestik. Man nimmt kein Blatt vor den Mund aber tut auch nichts, was beim sprechen nicht unbedingt nötig ist.

  • Mann öffnet den Mund nur wenig
  • Man wählt einfache Vokale
  • Man vermeidet schwierige Konsonanten
  • Man verschluckt die Endungen
  • Man spricht oft "o" und "a", "an" und "ein" nasal
  • Man schnurrt das R
  • Man bildet gerne Doppellaute
  • Man spricht gerne breit
  • Man verdeckt die Wortarmut durch Mehrdachdeutung

Es ist bedauerlich, dass die markanten Dialekte unserer Heimat wahrscheinlich in den nächsten Generation schon fast vollkommen verschwunden sein werden. Allerdings wird aufmerksamen Beobachtern schon aufgefallen sein, dass nicht nur unsere Dialekte aussterben, sondern im Zuge der ständigen Globalisierung sogar die gesamte deutsche Sprache immer schwächer wird und förmlich von der englischen Sprache unterwandert wird. Es liegt an jeden von uns, diesem Trend im eigenen Umfeld und nach eigenen Kräften entgegen zu wirken!

Quelle: Wir verdanken einige dieser Angaben unserem Mitglied Joachim Braun, der die Ergebnisse seiner Erforschung im Heftchen "Kirdorferisch fir Dribbdebächer", 1987 zusammengestellt hat und alle Kirdorfern die sich bereit erklärt haben, hierfür ein paar originelle Texte zu sprechen. Die mit † gekennzeichneten Personen sind leider zwischenzeitlich bereits verstorben.

Hauptmenü











Hier könnte auch Ihre Werbung stehen!
Werden Sie mit Mitglied im Museumsverein.

Termine

23. + 24.9.2017, IKF-Kelterfest, Bachstraße/Brunnen

26.10.2017, 20:00 Uhr, Forschertreffen über das Thema Sattelfabrik Denfeld, Museum

28.10.2017, 19:00 Uhr, K i M (Kino im Museum), Museum

19.11.2017, 15:00 Uhr, Literaturcafé, Bücherei Am Schwesternhaus

25.11.2017, 19.00 Uhr, Musikalischer Babbelabend, Heimatmuseum

10.12.2017, 17:00 Uhr, "Sternstunde", Oratorium, Kirchenchor St. Johannes / Herz Jesu und Vokalensemble Liebfrauen, St. Johanneskirche

18.1.2018, 20:00 Uhr, Forschertreffen, Museum

1.3.2018, 20:00 Uhr, Forschertreffen, Museum

21.4.2018, Eröffnung der Ausstellung "Sattelfabrik Denfeld", Heimatmuseum

24.-26.5.2019, Feier 100 Jahre CV Heiterkeit

Juli 2019, 125 Jahre Spielmannszug der Freiwilligen Feuerwehr Kirdorf